6 Wege, wie du garantiert ausbrennst!

100% Erfolgsquote garantiert

Wer braucht schon diese endlosen Ratgeber, die einem immer wieder sagen wie man sich am besten entspannen sollte. Autogenes-was? Pila-wer? Yoga stresst dich schon, wenn du es nur hörst? I got you.

Hier sind ein paar innovative Ratschläge. Diese Tipps wurden alle von mir persönlich überprüft. Ich kann dir versichern, dass sie 100 % Erfolgsquote haben.

1) Ja! Sei der oder diejenige, zu der alle gerne kommen wenn jemand ein Problem hast.

Kannst du mal? Hast du kurz Zeit? JA! Natürlich. Kein Problem. Ok.

Ein JA hat viele Wege. Es muss nicht immer das klar Ausgesprochene sein. Du kannst auch erst zögern und es dann trotzdem machen. Die Konsequenz für dein Gegenüber ist, Ja! Du machst es schon. Du kannst zuhause auch erst nörgeln, bevor du die Spülmaschine ausräumst weil es kein anderer gemacht hat. Die Konsequenz ist die gleiche: Ja! Du bist völlig fertig aber die eine Freundin brauchst dich wieder als seelischen Abfalleimer? Klar, immer her damit.

Egal was du fühlst und möchtest – Dein Signal ist: Ich mache es! Das ist ein erster großer Schritt ins Burnout.

2) Bleib bei deinem Job – auch wenn du nicht mehr kannst.

Du brauchst das Geld! Hast du noch nicht gehört, dass wir doch so viele Arbeitslose haben? Echt jetzt, du hast keine Ahnung davon, wie anstrengend es ist, sich in einen neuen Arbeitsplatz einzuarbeiten. Das kostet enorm viel Kraft., die du momentan nicht hast. 

Überleg dir das nochmal. Der Job wird schon nicht so schlimm sein! Die Kollegen sind eigentlich auch ganz ok und dein Chef hatte nur einen schlechten Tag als er dich neulich so krumm von der Seite angequatscht hat. Du wirst nun mal dafür bezahlt seine Launen zu ertragen, es ist sozusagen Schmerzensgeld. Und Ja, natürlich wird dir dein Chef noch dankbar sein für die vielen unbezahlten Überstunden! Er kann es halt nur nicht so ausdrücken. Hab doch mal ein bisschen Verständnis für ihn.

 

3) Du bist erschöpft, aber beiß bitte die Zähne zusammen

Mann, sei doch nicht so ein Weichei, halte durch! Du kannst das, treib dich an. Nach der Arbeit musst du übrigens noch zum Sport. Das macht man so, denn du willst doch gesund und fit sein. Zumindest äußerlich.

Wie es dir geht, interessiert niemanden und am wenigsten dich, sonst würdest du das Schauspiel aus Verpflichtungen, Terminen, Verantwortung und Kämpfen doch nicht aufrechterhalten, oder doch? Der nächste Punkt unterstützt dich hierbei auf jeden Fall!

4) Nimm alle Globulis, Vitamine und Medikamente die du bekommen kannst

Du merkst, dass dein Körper versagt. Irgendetwas muss ihm doch fehlen. Vitamine? Phosphate? Es ist bestimmt das Eisen, sonst wärst du doch nicht so häufig müde und krank. 

Dein Hausarzt hat sicherlich etwas, dass er dir verschreiben kann. Eine Tablette gegen deine Migräne, ein Mittel gegen deinen Reizmagen, eine zum Schlafen und gegen deine reduzierte Leistungsfähigkeit muss es doch auch noch etwas geben. 

Eventuell hat dein Heilpraktiker ja noch ein paar Globulis gegen Panikattacken und Angst. Ach so und vergiss bitte nicht für alle privaten Medikamente ordentlich zu bezahlen.

 

5) T.G.I.F = Thank God ist Friday!

Wenn wir ehrlich sind, läuft die Woche doch immer gleich ab und das ist super. Routinen geben dir nämlich Sicherheit. 

Hier ist ein kleiner Ablaufplan für deine nächste Woche: Sonntagabend beginnst du nach einem schönen Abendessen zu grübeln, was dich ab morgen wieder auf der Arbeit erwartet. Die Gedanken ermüden dich und irgendwann schläfst du vor dem Fernseher ein. 

Montagmorgen klingelt dein Wecker in aller Früh und dein zerknautschtes Aussehen spiegelt deine Einstellung wider. Montag morgen sitzt zu im ersten Meeting und bist dankbar für deine Herzenskollegin, denn ohne sie würdest du das alles gar nicht überstehen. 

Nachdem du dich dann die ganze Woche auf die Mittagspausen und den Feierabend gefreut hast, kommt der Tag aller Tage: Thank God it is finally Friday! Jetzt kann dein Leben endlich starten und das Wochenende ist da.

6) Das Beste kommt zum Schluss: Verändere nichts und bleibe bei deinen Gewohnheiten! Bleibe in deinem Hamsterrad.

Wenn du nun aufhörst zu lesen, tust du genau das richtige wenn du bald zum erlesenen Kreis der Burnout Betroffenen gehören willst und weißt du was? Ich verstehe dich, denn hier wird es unangenehm. 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ein kleines Experiment gefällig? Stelle doch den Mülleimer in deinem Badezimmer ab sofort auf die entgegengesetzte Seite und schau einmal wie oft du dich noch zur gewohnten Seite hin bückst. 

Füttere deinen Kopf weiterhin mit negativen Gedanken oder hör dir ab und zu mal einen Podcast an um sicherzugehen, dass du bald ausbrennst. 

Grübele bitte lange darüber, ob du dir Hilfe holen sollst oder ob du es wirklich wert bist Geld für dich und deine psychische Gesundheit zu investieren. 

Ein neues Kleidungsstück wäre doch viel besser. Ich meine da hast du wenigstens etwas in den Händen. Oder ein Urlaub, da hast du mal eine Woche frei bevor es wieder mit dem gleichen Stress losgeht und der Effekt des Urlaubes verpufft ist. 

Nichts und niemand hindert dich daran, sofort nach der Rückkehr an deinen alten Arbeitsplatz mit der Liste von vorne zu beginnen. Funktioniert garantiert wieder! Mit etwas Durchhaltevermögen kannst du dann Burnout Nummer eins oder auch schon zwei begrüßen.

Ok ok… ganz so schlimm ist es noch nicht?

Sollte es so sein, dass du dich während des Lesens des, zugegebenermaßen sarkastisch-ironisch gemeinten Artikels hier und da wiedererkannt hast, dann ärgere dich nicht darüber, dass du den Fehler gemacht hast genau diese Punkte ganz oder teilweise so zu durchleben wie sie hier beschrieben sind. 

Deine grundlegende Einstellung dazu ist entscheidend. Wie wäre es denn wenn du dir vornimmst dich ab jetzt sofort darüber zu freuen, dass du nun erkennst wie es dir wirklich geht und dass die Geschichte, die du dir immer wieder erzählst, einfach nicht wahr ist. 

Sei dankbar dafür, dass du genau diesen Artikel jetzt gefunden hast und dir die Zeit genommen hast, ihn bis zum Ende durchzulesen. 

Unzufriedenheit und Erschöpfung sind kein Ende; sie sind ein Anfang. Burnout ist kein Ende; es ist ein Life-Changer, wenn du es zulässt. 

Wie wunderbar wäre es, wenn du demnächst sonntags abends denkst: Thank God it is Monday?!

Alles Liebe und viel Erfolg!

Deine Jackie

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